4,3 Millionen fehlende Arbeitskräfte bis 2036

Der Arbeitsmarkt in Deutschland entspannt sich. Zumindest auf dem Papier.
Bundesweit sank die Zahl der offenen Stellen zuletzt leicht.
In der Bau- und Immobilienbranche ist davon jedoch fast nichts zu spüren: Fast jedes zweite Bauunternehmen findet niemanden für offene Stellen.
Bei ARTES Recruitment sprechen wir jede Woche mit Dutzenden Fach- und Führungskräften der Branche. Pro Tag bekommen wir 10-15 Lebensläufe von wechselbereiten Kandidaten innerhalb der Bau- und Immobilienwirtschaft zugesendet.
Von Unternehmen, die über eine Zusammenarbeit mit uns nachdenken, hören wir dagegen oft:
„Wir suchen seit Monaten und finden niemanden, der wirklich passt.“
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie sich der Markt momentan entwickelt. Und, wie Sie — trotz der ein oder anderen ernüchternden Nachricht — die richtigen Kandidaten finden.
Werfen Sie einen unverbindlichen Blick auf den ARTES Talent-Pool.
Was am Arbeitsmarkt in Deutschland gerade passiert
Gesamtwirtschaftlich zeigt sich 2026 tatsächlich eine leichte Entspannung.
Die IAB-Stellenerhebung zählte im ersten Quartal 2026 bundesweit 1,15 Millionen offene Stellen — rund 2% weniger als ein Jahr zuvor (Quelle).
21% aller Unternehmen melden Fachkräftemangel noch als Geschäftshemmnis, die Tendenz ist leicht rückläufig (Quelle).
Für die Bau- und Immobilienwirtschaft gilt das nicht.
49% der Bauunternehmen berichten weiterhin von Problemen. Im Tiefbau sind es sogar 62%— fast 2 von 3 Betrieben hat ernsthafte Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen (Quelle).
Auch bei den MINT-Bauberufen zeigt sich dieser Trend:
Die Fachkräftelücke liegt laut aktuellem MINT-Frühjahrsreport bei 26.400 Personen. Während sich die MINT-Lücke insgesamt entspannt, wuchs sie ausgerechnet in den Bauberufen um weitere 900 Personen (Quelle).
Der bundesweite Arbeitsmarkt kühlt sich ab. Die Bau- und Immobilienwirtschaft bleibt die Ausnahme.
Das hat einen einfachen Grund: Gesamtwirtschaft und Baubranche reagieren auf denselben Arbeitsmarkt völlig unterschiedlich.
Warum der Arbeitsmarkt für Bau und Immobilien anders tickt
Die Entspannung in der Gesamtwirtschaft ist vor allem konjunkturell bedingt.
Die Wirtschaft schwächelt, viele Unternehmen kämpfen mit schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und internationalem Wettbewerbsdruck.
Wer weniger produziert, stellt weniger ein — und meldet logischerweise auch seltener Fachkräftemangel.
In der Industrie sank der Anteil betroffener Unternehmen dadurch von 44,5% im Jahr 2022 auf aktuell 14% (Quelle).
„Der Fachkräftemangel in deutschen Unternehmen hat etwas nachgelassen. Leider ist das allerdings vor allem auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche zurückzuführen“, sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher dazu treffend (Quelle).
Für die Bauwirtschaft greift dieser Mechanismus kaum. Der Engpass dort ist strukturell: Er entsteht durch eine alternde Belegschaft und zu wenig Nachwuchs — unabhängig davon, wie viel gerade gebaut wird.
2 Zahlen zeigen das. Mehr als ein Drittel der gewerblichen Fachkräfte am Bau ist bereits über 50 Jahre alt (Quelle).
Gleichzeitig sank die Zahl der Auszubildenden im Bauhauptgewerbe zum Jahresende 2023 um 3,7%auf rund 40.300 (Quelle).
Der demografische Wandel verschärft diesen strukturellen Engpass. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlen Deutschland bis 2036 rund 4,3 Millionen Arbeitskräfte, weil die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge das Rentenalter erreichen.
Jährlich gehen im Schnitt 1,3 Millionen Menschen in Rente. Nur rund 800.000 rücken aus jüngeren Generationen nach (Quelle).
Macht unter dem Strich ein Netto-Verlust von rund einer halben Million Erwerbspersonen für die gesamte Wirtschaft. Pro Jahr.
Eine Branche, die schon heute überdurchschnittlich viele ältere Fachkräfte beschäftigt und nicht ausreichend ausbildet, trifft dieser Trend besonders hart.
Für die Immobilienwirtschaft kommt eine weitere Entwicklung hinzu:
Die Nachfrage verschiebt sich von der klassischen Projektentwicklung hin zum Bestandsmanagement. Property Manager, WEG- und Mietverwalter sowie Fachkräfte im Rechnungswesen zählen aktuell zu den gefragtesten und am schwersten zu besetzenden Profilen der Branche (Quelle), wenn man den C-Level außen vorlässt.
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Was das für Ihre Personalsuche bedeutet
Die IAB-Stellenerhebung zeigt einen weiteren wichtigen Befund:
Die meisten Neueinstellungen entstehen nach wie vor durch Jobwechsel (Quelle).
Konkret bedeutet das 2 Dinge:
Die Fachkraft, die zu Ihnen passt, ist gerade wahrscheinlich gar nicht auf Jobsuche, jedoch offen für einen Wechsel. Der Wunsch nach Veränderung ist nicht akut genug, dass man mit mehreren Unternehmen direkt Kontakt aufnimmt. Mit einer Personalberatung spricht man jedoch einmal. Allein letzten Monat erhielten wir bei ARTES über 300 Lebensläufe und Bewerbungen zugesendet.
Dank unserem Netzwerk haben wir zudem ganz andere Möglichkeiten, passende Kandidaten zu finden und zu kontaktieren.
Ein typisches Gespräch bei uns läuft oft so:
Ein Bauleiter mit 10 Jahren Erfahrung ist zufrieden genug bei seinem aktuellen Arbeitgeber, um sich nicht woanders zu bewerben. Daher hat er auch keine Anzeige gelesen. Fällt im Gespräch jedoch ein Satz über ein Projekt oder eine Perspektive, die er momentan nicht hat, hört er plötzlich zu.
Diese Momente zu kreieren ist unsere Aufgabe.
Und es erklärt, warum viele Unternehmen in der Bau- und Immobilienbranche trotz zahlreicher Bewerbungen keinen passenden Kandidaten finden. In den heutigen Zeiten ist Sicherheit ein Kriterium für Bewerber. Aktiv auf der Suche ist nur, wer wirklich unzufrieden ist oder schon längere Zeit nichts findet.
Daher mag die absolute Anzahl der Bewerbungen stimmen. Unternehmen wünschen sich jedoch oft jemanden, der etwas mehr mitbringt.
Hinzu kommt: Kulturelle Passung und sogenannte Future Skills gewinnen bei Kandidaten spürbar an Bedeutung — reine Gehaltsverhandlungen reichen nicht mehr aus, um erfahrene Fach- und Führungskräfte zu überzeugen. Bei Führungspositionen kommt oft ein weiterer Punkt dazu:
Die aktuelle Stelle darf während der Suche nicht öffentlich werden.
In all diesen Fällen können wir helfen. Denn nicht nur haben wir ein enormes Netzwerk in der Branche und angrenzend an die Branche.
Wir agieren gleichzeitig als Vermittler, finden auch „versteckte“ Kandidaten und bringen eine gewisse Prestige mit, wenn wir auf Kandidaten zugehen. „Die Stelle muss wichtig sein, wenn das Unternehmen eine Beratung einschaltet.“
Über unseren Talent-Pool können Sie sich einen unverbindlichen ersten Einblick in unser Netzwerk verschaffen. Hier listen wir wechselbereite Kandidatinnen und Kandidaten inklusive aller relevanten Eckdaten. Selbstverständlich sind alle Profile in unserem Talentpool anonym.
Wie Sie jetzt reagieren
Der demografische Wandel ist leider nicht aufzuhalten. Wie Sie darauf reagieren, entscheiden Sie jedoch selbst.
1. Personalbedarf vorausschauend planen.
Wer in den nächsten 2 bis 3 Jahren aus Ihrem Team in Rente geht, ist heute schon bekannt. Planen Sie die Nachbesetzung, solange dafür noch ausreichend Zeit ist.
2. Passive Kandidaten aktiv ansprechen.
Da die besten Fachkräfte nicht auf Jobportalen suchen, braucht es ein Netzwerk, das genau diese Telefonate führt. Bei ARTES tun wir das wöchentlich — mit Dutzenden Fach- und Führungskräften, die aktuell gar nicht aktiv suchen, aber zuhören, wenn das richtige Angebot kommt.
3. Diskretion und einen starken Prozess sichern.
Gerade bei sensiblen Führungspositionen entscheidet der Prozess über den Erfolg. Eine strukturierte, diskrete Ansprache verhindert, dass gute Kandidaten abspringen — und dass intern zu früh etwas durchsickert.
Der Arbeitsmarkt in Deutschland mag sich insgesamt entspannen. Für Bau- und Immobilienunternehmen bleibt er ein Verdrängungswettbewerb um wenige, gute Fachkräfte.
Wenn Sie einmal unverbindlich besprechen möchten, wie sich Ihre Personalstrategie auf diese Entwicklung einstellen lässt, stehen wir Ihnen für ein erstes Gespräch zur Verfügung. Da wir komplett ergebnisoffen mit Ihnen sprechen, können Sie dabei nur gewinnen.






